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21 Dez 2021

Das Tilman-Riemenschneider-Projekt ’20ff.

Riemenschneider konserviert

Die Arbeit mit einer Holzskulptur von Tilman Riemenscheider

begann ich im im Juni 2020 – und sie wird fortgesetzt. Seine “Muttergottes mit Kind” war mir schon Jahre vorher aufgefallen. Ihrer Haltung wegen, der Gesichtszüge; vielleicht war ich berührt davon, wie die museale Konservierung das stark beschädigte Stück Lindenholz vor dem Verfall bewahrt hat.

500 Jahre Abstand überbrücken

Die Arbeit wurde als Corona-Hilfsmaßnahme durch ein Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt. So begann ich mich der Figur anzunähern, indem ich sie nachahmte. Ich interessierte mich für die Biographie des Bildhauers, für die Zeitgeschichte der ausgehenden gotischen Stilepoche. Ich versuchte, mich in eine Lebenszeit einzufühlen, die von Historikern rückwirkend eingeordnet, strukturiert und auf ihre Wirkung hin bewertet wird.

Auf und ab mit der Kunst

Ein Jahr später – im Juni ’21 konnten die Ergebnisse in einer kleinen Ausstellung gezeigt werden. Die Eröffnung war womöglich die erste in Mainz nach Zeiten der “Bundesbremse”. Doch weder die Bildhauerarbeit noch die Pandemie waren abgeschlossen. Die Skulptur aus Kalkstein steht seitdem wieder in der Werkstatt und entfaltet sich langsam weiter. Mittlerweile begleitet mich diese Arbeit bis vor die fünfte Welle.

Altes Vorbild – neue Bedingungen

Die Phase der Nachahmung als Erkenntnismethode ist längst an ihre Grenzen gestoßen. Die Reibung mit der Gegenwart stellt andere Fragen, als die der Ähnlichkeit mit des Meisters Vorbild. Ich stelle mir vor, dass Tilman einigermaßen genau wusste, wann sein Werk fertig war.
In meinem Arbeitsprozess wird schließlich kein handwerkliches Kriterium diesen Moment bestimmen, sondern vielleicht der Ort und das richtige Licht.

boris-engelbrecht

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